Monat: April 2016

VSB Workshop Nr. 10 – Sabina-Wacholder mit Nicola Crivelli

VSB Workshop Nr. 10 – Sabina-Wacholder mit Nicola Crivelli

Am 23. April fand der zehnte Workshop VSB in diesem Jahr in den Räumlichkeiten des Zulauf Gartenzenters in Schinznach statt. An diesem Samstag kamen 8 Teilnehmer aus der deutschen Schweiz, darunter 3 Frauen – was eher ungewöhnlich ist, um mit gutem Yamadori-Material aus den Schweizer Alpen mit dem bekannten tessiner Gestalter Nicola Crivelli eine erste Gestaltung zu machen.

Nicola gehört zu den bekanntesten Bonsaikünstlern der Schweiz und wird europaweit sehr geschätzt. Ich brauche ihn deshalb nicht besonders vorzustellen. Wer ihn nicht kennt, findet auf seiner Homepage eine Retrospektive seiner ausgezeichneten Arbeiten.

Punkt 9 Uhr hiess der Organisator Michi Rehmann die Teilnehmer herzlich willkommen. Die Bäume wurden verlost und die zusätzlichen Helfer vorgestellt: Marcel Seiler, Gruppenleiter des Luzerner Bonsai Clubs und letztjähriger Gewinner der schweizer New-Talent-Ausscheidung 2015; Patrick Müller, Gärtner und Bonsaigestalter und meine Wenigkeit als Übersetzerin und begeisterte Bonsai-Närrin.
Nicola hielt eine kurze Präsentation, in der er auf die wichtigen Punkte bei der Gestaltung von Wacholder hinwies, danach begannen alle ihren Baum zu «putzen».
Einer nach dem anderen wurde analysiert und verschiedene, mögliche Projekte mit den Teilnehmern besprochen. Hierbei zeigte Nicola auch, welche Techniken angewendet werden und  wie sie angegangen werden können.

Das Material, das uns vom Gartenzenter zur Verfügung gestellt wurde, war bereits vor drei Jahren durch Michi Rehmann umgetopft und danach unter fachmännischer Pflege für eine erste Gestaltung vorbereitet worden. Das ist einer der wichtigen Aspekte bei der Arbeit mit Yamadori:  die Vorbereitung über mehrere Jahre. Wie jeder weiss, wird Yamadori-Material vor allem

seiner ausdrucksstarken Eigenarten wegen geschätzt. Meistens haben sie wenig mit den «klassischen» Bonsaistilen gemeinsam haben. Gerade deshalb konnte jeder aus seinem Baum die besonderen Qualitäten herausarbeiten. Ein besonders wichtiger Aspekt bei Wacholdern ist denn auch, den dramatischen Charakter und die Gratwanderung zwischen Leben und Tod im Zusammenspiel von totem Holz und lebenden Saftbahnen zu verdeutlichen.

Am Ende des Tages hatte jeder seinen Baum fertig gestaltet und gedrahtet. Noch einmal wurden sie vom kritischen Blick des «Meisters» geprüft, um hier und dort noch kleine Korrekturen zu machen. Nicola ist der Ansicht bei einer Erstgestaltung besser etwas mehr «Grün» stehen zu lassen, statt zu viel wegzugschneiden. Falls etwas absterben würde, könnte so, wo es Sinn macht,  auf einen Reserve-Ast zurückgegriffen werden. Während diesem Workshop konnte man verschiedene Techniken mitverfolgen: das Aushöhlen eines Astes um der Ast einfacher biegen zu können, mit Holz oder Bamboo zwischen zweit Stämme ausspannen, mit Hilfe einer Eisenstange einen Ast geradebiegen oder biegen, um nur ein paar zu nennen…

Nach getaner Arbeit waren alle Teilnehmer sehr glücklich über den gelungenen Tag und konnten mit einem hervorragenden Baum nach Hause fahren.
Mich freut es, zu sehen, dass sich so viele Interessierte, insbesondere drei Frauen, an so grosses Material heranwagten, und hoffe, die Bäume vielleicht in den nächsten Jahren an einer Nationalen Ausstellung sehen zu können.

Bis bald

Eure Melanie

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