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Persönlicher Kommentar von Nobu

Man sagt in Japan, dass die Ausübung der Bonsaikunst den Praktizierenden drei unterschiedliche Ebenen der Freude bereitet, nämlich:

  1. Die Freude einen neuen Bonsai aus unterschiedlichen Ausgangspflanzen zu kreieren
  2. Die Freude mit den Bäumen zu interagieren während der Weiterentwicklung und Verbesserung der Bonsai durch tägliche und saisonale Arbeiten.
  3. Ästhetischer Genuss von reifen Bonsai in Ausstellungsaragment.

Es ist mein Eindruck, dass in der europäischen Bonsaiszene der Hauptfokus bisher vor allem auf dem ersten Punkt lag und dass bisher wenig getan wurde um den zweiten und dritten Aspekt der Bonsaikunst anzusprechen und zu lehren.

Ich hoffe, dass der vorgeschlagene Workshop hilft, die aktuelle Situation zu verbessern und den Bonsaigenuss in der Schweiz zu bereichern.

Einen Hinweis richte ich jeweils an die Teilnehmer meiner Workshops:
„Ich persönlich kann nur darauf hinweisen, dass Bonsai ein endloser Prozess einer kontinuierlichen Entwicklung ist und dass die Studenten aus den an den Workshops jährlich wiederholten Informationen nur diejenigen Auskünfte übernehmen, welche auf der jeweiligen Ebene ihres Verständnisses von Bonsai zur gegebenen Zeit sind.

So kann es sein, dass ich mich jedes Jahr wiederhole (natürlich lerne auch ich dazu und bringe ebenfalls meine neuen Erfahrungen und Tipps ein, die ich von anderen gelernt habe) und dennoch lernen die Teilnehmer jedes Mal wieder andere Dinge. Wenn die Workshops für sie keine nützlichen Informationen und neues Wissen mehr bereithalten, das sie auf ihrem Bonsaiweg weiterbringt, dann ist es Zeit, damit aufzuhören. Bis zu diesem Zeitpunkt aber freue ich mich darüber, mit den Teilnehmern das zu teilen, was ich von Bonsai gelernt und verstanden habe. “

Ziel und Inhalt des Kurses ist das Erarbeiten eines vertieften Verständnisses der Bonsaientwicklung und Pflege in Theorie und Praxis.

Mehr info zu der Weiterbildung

Nobuyuki Kajiwara – Ein Portrait

Nobuyuki Kajiwara wurde am 19. März 1951 in Fukuoka, Japan geboren. Er studierte Sprachen des Mittleren Ostens und Literatur an der Universität von Osaka, dann an der Rijks Universität in Leiden, NL. Von 1973 – 1978 lebte er in Holland, dann von 1978 – 1983 in England, wo er unter anderem für das Rotterdam Office of the Osaka Prefectural Government, das holländische Tourist Office und für einen japanischen Reiseveranstalter tätig war.
Er reiste viel in Europa – geschäftlich und auch privat.
1983 kehrte er nach Japan zurück und arbeitete für das Tokyo Office of the City and Port of Rotterdam. 1984 organsiete er ein grosses Japan Festival in Rotterdam, eine Bonsai-Ausstellung war Teil des Anlasses. Hier bekam er seine erste Einführung in die Welt der Bonsai und hier lernte er seinen zukünftigen Meister, den verstorbenen Terukichi Kato, den jüngeren Bruder von Saburo und Hideo Kato kennen.

1986 begann er eine Vollzeit-Lehre bei Terukichi Kato, Mansei-en Shiten.
1991 schloss er seine Bonsai-Ausbildung ab mit dem Diplom ab (Diplom von der Japanischen Kooperative der Professionellen Bonsai Gärtnereien).
1991 kehrte er nach England zurück, um eine Bonsai-Laufbahn in Europa zu beginnen. Seit 1992 ist er Chef-Instruktor an der Bonsai-Universität in Parabiago, Mailand.


1993 bekam er an der IGA (Internationale Gartenschau in Frankfurt) eine Goldmedaille für die Bonsai-Ausstellung, die er mit seinem Kunden Helmut Rueger von Bonsai Rueger durchführte.
1995 Bonsai-Ausstellung im Schloss Buedigen, 1995 und die “Palmengarten Botanische Garten Ausstellung in Frankfurt 1998, Gefolgt von einer sehr erfolgreichen Bonsai Auktion für Sotheby’s in London 1990.
Er hat sich seither in London niedergelassen, Er führt weiterhin als Chef Instruktor und künstlerischer Leiter das Crespi Bonsai Museum in Italien. Er Pflegt private Bonsai Sammlungen, er stellt Bonsai für Clients aus, ausserdem ist er mit der Pflege der Bonsaisammlung des königlichen Botanischen Gartens von Kew beauftragt.

Infos zu Weiterbildungsreihe

Rückblick auf die Nationale Bonsai- und Suiseki-Ausstellung vom 8. und 9. Oktober in Diessbach

Rückblick auf die Nationale Bonsai- und Suiseki-Ausstellung vom 8. und 9. Oktober in Diessbach

Text und Fotos: Liliane Gut Ricciardella

Rückblick auf die Nationale Bonsai- und Suiseki-Ausstellung vom 8. und 9. Oktober in Diessbach, Kanton Bern

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Am zweiten Wochenende im Oktober fand in Diessbach, im Berner Seeland, die diesjährige Nationale Ausstellung statt. Statt der gewohnten Frühlingsausstellung konnten diesmal die Bäume im Herbstkleid bewundert werden, was für viele eine schöne Abwechslung bedeutete. 68 Solitärbonsai von 30 Ausstellern waren in der Einzelausstellung und viele weitere in den individuell arrangierten VSB-Gruppenausstellungen zu bewundern. Mit den zwölf ausgestellten Suiseki-Displays war zwar der Sektor Suiseki diesmal eher klein, aber nicht minder interessant. Der Event lockte überraschend viele Besucher nach Diessbach und kann als voller Erfolg betrachtet werden.
Der Entscheid zur Durchführung der Ausstellung fiel erst im November des Vorjahres, also verhältnismässig kurzfristig.

Für Martin Stäbler, Leiter der Arbeitsgruppe Biel/Westschweiz

, lag die Wahl für die richtige Location auf der Hand, denn die Anlage mit der Sport- und Rollhockeyhalle und der unmittelbar danebenliegenden Mehrzweckhalle kennt er als deren Hauswart aus dem Effeff.
Unterstützung bei der Durchführung dieses doch grossen Events erhielt er von einigen Mitgliedern seiner eigenen Gruppe, aber auch von einzelnen Mitgliedern der Arbeitsgruppen Emmental, Schaffhausen und Long Valley, von denen alle bereits einmal eine «Nationale» organisiert hatten und sich des grossen Aufwandes bewusst waren. Überraschend war für Martin Stäbler aber vor allem die grosse Hilfsbereitschaft aus seinem Freundes- und Bekanntenkreis in Diessbach. Sowohl bei der Organisation, beim Auf- und Abbau der Ausstellung und im Gastro-Bereich war ihr Einsatz enorm. Seine Frau Ursula stellte zusammen mit einer Freundin und ihren Familien eine grosse, farbenfrohe Tombola auf die Beine.
Die Ankündigung des Events über das Regionale Fernsehen, Zeitungen und gezielte Plakatwerbung in der näheren und weiteren Umgebung von Diessbach lockte zahlreiche Besucher in die Halle.

An beiden Tagen konnten an die 900 Eintritte verkauft werden

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. Vermutlich kam das zwar trockene aber doch verhältnismässig kühle Wetter dem grossen Erfolg der Ausstellung entgegen.
Pünktlich um neuen Uhr wurde die Ausstellung in Anwesenheit des Diessbacher Gemeindepräsidenten André Cartier eröffnet. In der gut ausgeleuchteten und geräumigen Hockeyhalle wurden die Bäume auf langen Tischreihen vor weissem Hintergrund präsentiert. Das Niveau der präsentierten Bäume wurde im Vergleich mit anderen Ausstellungsjahren als verhältnismässig hoch eingschätzt. Wie jedes Jahr wurden auch 2016 die Swiss Awards in den Kategorien Nadelbaum einheimisch, Nadelbaum Import, Laubbaum einheimisch, Laubbaum Import und Suiseki vergeben. Dazu waren vier Juroren aus dem Kreis der VSB-Arbeitsgruppenleiter am Samstag damit beschäftigt, jeden Baum nach einem vorbereiteten Fragenkatalog zu bewerten.
In der Kategorie Suiseki hatte Martin Pauli, der Schweizer Suiseki-Spezialist, die Qual der Wahl. Es wurden zwar nur 12 Suiseki-Exponate präsentiert, dabei waren aber auch einige wertvolle, japanische Stücke.
Währenddessen fand auf der Bühne der Mehrzweckhalle die Schweizer Ausscheidung des New-Talents statt. Der Gewinner wird seine Fähigkeiten Anfang Februar 2017 am internationalen Wettbewerb an der EBA/Noelanders Trophy in Belgien unter Beweis stellen.

Vier Teilnehmer arbeiteten konzentriert an kleinem Wacholderrohmaterial, während vor der Bühne für das Publikum zugänglich drei Demonstratoren und ihre Assistenten verschiedene Bäume bearbeiteten. Nicola Crivelli führte zusammen mit seinen Schülern die Arbeiten an den Grünbereichen eines grossen Wacholders weiter, dessen wunderbar definierte Totholzbereiche er bereits vor einiger Zeit bearbeitet hatte. Philipp Mannes bearbeitete zusammen mit Erkan Obay daneben einen Wacholder, dessen Stamm sich einem wilden Knoten gleich um sich selbst wand. Walter Schmutz hatte sich eine seiner Lieblingsarbeiten vorgenommen und gestaltete einen klassischen Chinesischen Wacholder mit gedrehten Saftbahnen und Totholz. 15 Händler aus der Schweiz boten hier ihre Waren an. Schalen, Tische, Zubehör und Bonsai in allen Grössen und Reifestadien waren zu finden.

Am Abend darauf fand im nahe gelegenen Saal des Restaurants Traube das Galadinner statt. Zwischen Billardtischen und Dartscheiben herrschte lebhafte Stimmung. Nach dem mehrgängigen Essen gratulierte der Präsident der VSB, Juraj Marcinko, den freudigen Gewinnern des New-Talent-Wettbewerbs und der Swiss Awards 2016 und übergab ihnen die Gewinnerzertifikate. Den New-Talent-Wettbewerb der Schweiz entschied Gerold Witzig der Arbeitsgruppe Schaffhausen für sich, obschon auch der Baum von Gerardo Iellamo überzeugte, was am Sonntag für anschliessende Diskussionen sorgte. Für einige der Swiss-Awards-Gewinner kam die Auszeichnung völlig überraschend, dementsprechend gross war ihre Freude. Danach gab Melanie Walzer, EBA-Delegierte, auch den Merit-Award der EBA bekannt: Stefan Gmür erhielt ihn für die fein gearbeitete streng aufrechte Fichte.

Im Anschluss daran stellte Martin Stäbler jeden der anwesenden Helfer persönlich vor und bedankte sich in seiner humorvoll geselligen Art.
Für musikalische Stimmung sorgte dann die Band «Bünzlikracher», vier junge Männer aus der Region Diessbach, die regelmässig in einem der Räume der Ausstellungslokalität zusammen üben. Martin Stäbler engagierte sie kurzum für einen Auftritt vor Bonsaipublikum. Extra für diesen Abend studierten die «Schwermetaller» einige allgemeinverträglichere Coversongs mit träfen, witzigen Mundarttexten ein, wie den «Bonsai-Blues». Frontmann Michael Stalder sinnierte zwischendurch wortgewandt in breiter Berner Mundart über die Eigenheiten der anwesenden Bonsaifreunde.

Der Sonntag übertraf in Sachen Publikum den Samstag noch um einiges

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– ein sehr erfreuliches und eher ungewohntes Bild an Schweizer Bonsaiausstellungen!
11 Arbeitsgruppen präsentierten diesmal grössere und kleinere Gruppenausstellungen und -installationen. Zum ersten Mal wurden sie vom Publikum bewertet. Nur so sei es möglich, der Originalität und Kreativität der Gruppenpräsentationen im Gesamten – unabhängig von japanischen Kriterien und der Reife der Bäume – gerecht zu werden, war die Meinung des VSB-Vorstandes. Dazu wurde an der Kasse jedem Besucher ein Stimmzettel mitgegeben. Um 15 Uhr wurden dann die noch zu vergebenden Preise direkt in der Ausstellungshalle verliehen. Dazu gehörte auch der bereits im Vorfeld ausgeschriebene Taiwan-Award, der von der Taiwan Bonsai Association grosszügig zur Verfügung gestellt wurde. Dem Gewinner winkt eine Reise nach Taiwan an die 4tägige «14th Asia-Pacific Bonsai an Viewing Stone Convention and Exhibition» im November 2017.

Der Preis ging an Ruedi Bützberger für seine wunderbare Mädchenkiefer.

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Auch seine weiteren Ausstellungsstücke überzeugten durch ihre feine und ästhetisch perfekte Ausarbeitung, dazu gehörten auch zwei themenorientierte Suiseki-Displays, die ebenfalls eine Auszeichnung erhielten. Juraj Marcinko hatte das Vergnügen, ihm die elegante Trophäe persönlich übergeben zu dürfen. Danach wurden die Preise für die besten Gruppenpräsentationen vergeben:
Der erste Preis ging wiederum an die Arbeitsgruppe Schaffhausen. Gruppenleiter Hugo Berther nahm den Wanderpokal ein weiteres Mal «in Verwahrung». Er und seine Mitglieder hatten keinen Aufwand gescheut und mit ihren Bäumen, einzelnen Steinen und Kies einen aussergewöhnlichen Steingarten mit Felsen und Trittsteinen inszeniert. Der zweite Preis ging an den Gastgeberclub, die Bonsaigruppe Biel-Westschweiz. Im Zentrum ihrer Bonsaipräsentation stand ein Mondtor, das – wie in einem chinesischen Garten – den Blick in einen weiteren Gartenteil lenkte. Und der dritte Preis erhielt der Bonsai Club Luzern für seine grosse Anzahl an hochkarätigen und sauber präsentierten Solitär-Bonsai.
Kurz vor Ausstellungsende, begann es dann kräftig zu regnen. Die Tropfen prasselten unaufhörlich auf das Hallendach und die folgenden Abräumarbeiten waren nichts für Wasserscheue.

Alles in allem ein gelungener Event,

der in erster Linie der grossen Arbeit von Martin Stäbler zu verdanken war, der mit unglaublicher Gelassenheit und Souveränität in seiner freundschaftlich, hilfsbereiten Art alle Helfer und Beteiligten motivieren und einbinden konnte. Für diese reife Leistung gratuliert ihm die VSB ganz besonders. Es war ein Event, der dem Bonsaihobby in der Schweiz wieder zu mehr Beachtung verholfen hat.

Taiwan-Reise zu gewinnen!

Taiwan-Reise zu gewinnen!

Verleihung des «Taiwan Awards» an der Nationalen in Diessbach

Die VSB freut sich besonders zu den geläufigen Kategorien des Swiss Awards 2016 zusätzlich einen weiteren Award verleihen zu dürfen:

Die Taiwan Bonsai Association übberreicht an der diesjähren Nationalen Ausstellung den «Taiwan Award» für den «Besten Schweizer Baum 2016». Dem Gewinner winkt eine Reise nach Taiwan an einen der grössten Bonsai-Events weltweit. Vom 4. Bis 7. November 2017 findet die «BCI 2017: Bonsai Clubs International Convention 2017» und die «14th Asia-Pacific Bonsai and Viewing Stone Convention und Exhibition» in drei verschiedenen Parks und Ausstellungslokalitäten in Chuanghua und Taichung statt. Daneben gibt es unzählige Demos und Vorträge von Gestaltern aus der ganzen Welt zu verfolgen. Auch bekannte europäische Grössen wie Vaclav Novak aus Tschechien, David Benavente aus Spanien, Darrieux Laurent aus Frankreich und Gudrun Benz aus Deutschland sind vertreten.

Die Taiwan Bonsai Association offeriert sowohl Flug und Unterkunft. Gastfreundschaft wird in Taiwan grossgeschrieben und, man sagt, das beste «Chinesische» Essen gibt es in Taiwan!

»  Mehr dazu erfährt Ihr auf www.bcibonsai2017.com

 

Nationale Bonsai & Suiseki Ausstellung 2016 in Diessbach BE

Nationale Bonsai & Suiseki Ausstellung 2016 in Diessbach BE

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Nationale 2016

Eigentlich hatte die VSB die «Nationale» für dieses Jahr schon fast aufgegeben.
Wir, die Arbeitsgruppe Biel/Groupe de travail Bienne und ihr Leiter Martin Stäbler, haben uns spontan und eher kurzfristig zur Durchführung bereit erklärt. Wir feiern dieses Jahr das 35jährige Bestehen unserer Arbeitsgruppe – das ist ein Jubiläum wert!

Wir laden Euch ein,

an der Nationalen Bonsai- & Suiseki-Ausstellung teilzunehmen – als Aussteller, als Händler, als Sponsor oder einfach als bonsaibegeisterter Besucher. Zum ersten Mal wird die Nationale Ausstellung im Herbst stattfinden. Früchte und Herbstlaub werden unsere schönsten Bäume in einem besonderen Farbenzauber zeigen.

Der Veranstaltungsort Diessbach bei Büren ist ein idyllischer Ort zwischen Biel und Bern mit 1000 Einwohnern.

In der Rollhockey-Sporthalle

der Gemeinde wird die Bonsai-Ausstellung mit den schönsten Bonsai zu bewundern sein. (Auf die Roll-hockey-Mannschaft sind die Diessbacher schon ein wenig stolz: Sie spielt in der National-liga A und wurde im Mai Schweizermeister und Cupsieger.) Der Händlerbereich mit Pflanzen und weiterem Bonsaibedarf ist gleich nebenan in der Mehrzweckhalle zu finden.
Für Hungrige gibt es Feines vom Grill in unserer Festwirtschaft.

Wir freuen uns, Euch in Diessbach zu einem anregenden
Bonsaiwochenende begrüssen zu dürfen!

Die Arbeitsgruppe Biel/Groupe de travail Bienne

EBA 2016 Székesfehérvár, Ungarn

EBA 2016 Székesfehérvár, Ungarn

Die alte ungarische Königstadt Székesfehérvár trägt die Fürstenfarbe «Weiss» auch in ihrem Namen, zu deutsch Stuhlweissenburg. Sie wurde anno 972 als Alba Regia gegründet und war der Stammsitz der ersten ungarischen Könige. In der hiesigen Hauptkirche wurden innerhalb von 500 Jahren 37 Könige, 39 Königinnen gekrönt und 15 Herrscher bestattet. Hier wurden die Heilige Krone und das Staatsarchiv aufbewahrt, und einst hielt auch der „Landtag“ seine Sitzungen hier ab.

Die Bonsai- und Suiseki-Ausstellung fand in Szent Istvan Muvelodesi Haz statt. Eine alte Konzerthalle mit kühlen Mauern und einem Innenhof, in dem die Eröffnungszeremonie stattfand. Nach einer 20-minütigen Taiko-Session mit japanischen Trommeln begrüssten die Gastgeber und der Sekretär der EBA alle Gäste und Aussteller mit der offiziellen Eröffnungsansprache.
Im oberen Stock des alten Gebäudes fanden gegen 70 Bäume ihren Platz. Der Blick in den Dachstock und die breiten Fenster gaben den Räumen ein Gefühl von Grösse. Im Erdgeschoss waren die Suiseki in einem sehr hellen Raum ausgestellt.
Am Freitag flogen wir nach Budapest und mit einem Shuttlebus fuhren wir nach Székesfehérvár und warteten auf Enzo, der mit der Bäumen im Gepäck so gegen 13 Uhr nachmittags angekommen war. Nachdem alle Bäume und Suiseki platziert waren, spazierten wir in dem kleinen Städtchen herum, um dann für die Eröffnungszermemonie um 18 Uhr wieder zurück zu sein.
Am nächsten Tag, fand wie gewohnt die Ausscheidung der EBA-New-Talent-Ausscheidung statt. 13 Teilnehmer traten draussen an der frischen Luft zum Wettbewerb an. Um 10 Uhr morgens war es noch angenehm, um die Mittagszeit aber verteilten die Veranstalter der Hitze wegen Wasser und es wurden Sonnenschirme  aufgestellt. Zu meiner Überraschung waren auch zwei Frauen unter den Teilnehmenden, natürlich auch unser Schweizer Kandidat Marcel Seiler. Leider reichte es ihm nicht für einen Podestplatz – aber für eine der Frauen. Die Deutsche Andrea Jurgen wurde Dritte, hinter dem Österreicher Rene Sukar und dem Gewinner, dem Niederländer Dan Snipes. Dies wurde offiziell am Galadinner verkündet zusammen mit den nominierten Bäumen. Preise erhielten Josef Valuch, für den besten Nadelbaum, eine Pinus sylvestris; Mario Pedrazetti für den besten Laubbaum, einen Dreispitzahorn auf einem Stein; René Lempel für das beste Shôhin-Display und Racz György für den beste ungarische Baum, eine Wildbirne.
Ich gratuliere Mario im Namen der VSB für die tolle Leistung – schade, dass er nicht dabei war.
An beiden Tagen zeigten Demostratoren ihr Können auf der Bühne. Am Samstag: Valentin Brose und Andrea Melloni, Deutschland; William Baddeley, England; Nik Rozman, Slowenien; Koji Hiramatsu, Japan und am Sonntag: Andrea Melloni, Deutschland; William Baddeley, England; Bartosz Koblanski, Polen; György Rácz, Sándor Papp und Gergő Schmidt aus Ungarn.
Alles im Allem war es eine tolle Erfahrung, mit wunderschönesm Wetter, hervorragendem Essen und aufgestellter Gesellschaft. Wie immer haben wir uns köstlich amüsiert und ich fand es toll dass einige zusätzliche Bonsaifreunde das Angebot für Ungarn wahrgenommen hatten. Für den nächsten EBA-Kongress, der zusammen mit der Noelanders 2017 stattfindet wird und damit das Bonsaiereignis 2017 schlechthin ist, hoffe ich auf eine grosse Zahl von Mitreisenden!
Falls Ihr Euch vorstellen könntet nächstes Jahr nach Belgien zu fahren, füllt bitte den Fragebogen aus.
Eure Melanie

Reise nach Genk

Die beiden letzten EBA-Kongresse fanden weit entfernt von der Schweiz statt. Nichts desto trotz flog eine kleine Schweizer Delegation hin, und auch Schweizer Bäume fanden ihren Weg nach Vilnius, Litauen, und Székesfehérvàr, Ungarn.

Der kommende EBA-Kongress wird im Winter stattfinden, an der wohl berühmtesten Bonsai-Ausstellung Europas: in Genk, Belgien, anlässlich der 18ten Auflage der Noelanders Trophy.

Noelanders Trophy XVIII

Auch diesmal wird die VSB  mit einer Schweizer «Delegation» hinfahren und, wer weiss, vielleicht stösst ein Anlass in dieser Grössenordnung auf mehr Interesse und es könnten diesmal einige Leute mehr sein…

Wir möchten, wissen ob Du ebenfalls Interesse hättest, mitzufahren. Wenn sich genügend Interessierte melden, werden wir die Anreise mit einem Bus organisieren.

Danke für Deine Rückmeldung.

VSB Workshop Nr. 10 – Sabina-Wacholder mit Nicola Crivelli

VSB Workshop Nr. 10 – Sabina-Wacholder mit Nicola Crivelli

Am 23. April fand der zehnte Workshop VSB in diesem Jahr in den Räumlichkeiten des Zulauf Gartenzenters in Schinznach statt. An diesem Samstag kamen 8 Teilnehmer aus der deutschen Schweiz, darunter 3 Frauen – was eher ungewöhnlich ist, um mit gutem Yamadori-Material aus den Schweizer Alpen mit dem bekannten tessiner Gestalter Nicola Crivelli eine erste Gestaltung zu machen.

Nicola gehört zu den bekanntesten Bonsaikünstlern der Schweiz und wird europaweit sehr geschätzt. Ich brauche ihn deshalb nicht besonders vorzustellen. Wer ihn nicht kennt, findet auf seiner Homepage eine Retrospektive seiner ausgezeichneten Arbeiten.

Punkt 9 Uhr hiess der Organisator Michi Rehmann die Teilnehmer herzlich willkommen. Die Bäume wurden verlost und die zusätzlichen Helfer vorgestellt: Marcel Seiler, Gruppenleiter des Luzerner Bonsai Clubs und letztjähriger Gewinner der schweizer New-Talent-Ausscheidung 2015; Patrick Müller, Gärtner und Bonsaigestalter und meine Wenigkeit als Übersetzerin und begeisterte Bonsai-Närrin.
Nicola hielt eine kurze Präsentation, in der er auf die wichtigen Punkte bei der Gestaltung von Wacholder hinwies, danach begannen alle ihren Baum zu «putzen».
Einer nach dem anderen wurde analysiert und verschiedene, mögliche Projekte mit den Teilnehmern besprochen. Hierbei zeigte Nicola auch, welche Techniken angewendet werden und  wie sie angegangen werden können.

Das Material, das uns vom Gartenzenter zur Verfügung gestellt wurde, war bereits vor drei Jahren durch Michi Rehmann umgetopft und danach unter fachmännischer Pflege für eine erste Gestaltung vorbereitet worden. Das ist einer der wichtigen Aspekte bei der Arbeit mit Yamadori:  die Vorbereitung über mehrere Jahre. Wie jeder weiss, wird Yamadori-Material vor allem

seiner ausdrucksstarken Eigenarten wegen geschätzt. Meistens haben sie wenig mit den «klassischen» Bonsaistilen gemeinsam haben. Gerade deshalb konnte jeder aus seinem Baum die besonderen Qualitäten herausarbeiten. Ein besonders wichtiger Aspekt bei Wacholdern ist denn auch, den dramatischen Charakter und die Gratwanderung zwischen Leben und Tod im Zusammenspiel von totem Holz und lebenden Saftbahnen zu verdeutlichen.

Am Ende des Tages hatte jeder seinen Baum fertig gestaltet und gedrahtet. Noch einmal wurden sie vom kritischen Blick des «Meisters» geprüft, um hier und dort noch kleine Korrekturen zu machen. Nicola ist der Ansicht bei einer Erstgestaltung besser etwas mehr «Grün» stehen zu lassen, statt zu viel wegzugschneiden. Falls etwas absterben würde, könnte so, wo es Sinn macht,  auf einen Reserve-Ast zurückgegriffen werden. Während diesem Workshop konnte man verschiedene Techniken mitverfolgen: das Aushöhlen eines Astes um der Ast einfacher biegen zu können, mit Holz oder Bamboo zwischen zweit Stämme ausspannen, mit Hilfe einer Eisenstange einen Ast geradebiegen oder biegen, um nur ein paar zu nennen…

Nach getaner Arbeit waren alle Teilnehmer sehr glücklich über den gelungenen Tag und konnten mit einem hervorragenden Baum nach Hause fahren.
Mich freut es, zu sehen, dass sich so viele Interessierte, insbesondere drei Frauen, an so grosses Material heranwagten, und hoffe, die Bäume vielleicht in den nächsten Jahren an einer Nationalen Ausstellung sehen zu können.

Bis bald

Eure Melanie

VSB-Schulung mit Nobuyuki Kajiwara – Erste Lektion

VSB-Schulung mit Nobuyuki Kajiwara – Erste Lektion

Der erste Workshop mit Nobuyuki Kajiwara machte am Ostermontag, dem 28. März, den Auftakt zur neuen VSB-Weiterbildungsreihe. 12 Teilnehmer aus der deutschen und der französischen Schweiz trafen sich für diesen Zweck in der Albisbrunn Stiftung in Hausen am Albis, die jungen Erwachsenen die Ausbildung zu diversen Berufen ermöglicht. Die im hinteren Teil des grossen, parkähnlichen Geländes gelegene technische Werkstatt bietet die idealen Bedingungen für Workshops dieser Art. Je nach Wetter kann auch draussen vor der Werkstatt gearbeitet werden.
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Der seit in London lebende, von Terukichi Kato ausgebildete Bonsaiprofi lässt sich als Lehrer und Pfleger sowohl von Privaten wie auch von Institutionen engagieren. Entsprechend den auszuführenden saisonalen Arbeiten an Bonsai, finden seine Schulungen jeweils drei Mal im Jahr statt, im Frühjahr, Spätsommer und im Herbst.

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Mit einer Einführung in die Geschichte und Entwicklung der Bonsaikunst bis zur heutigen Form begann „Nobu“ den Theorieteil des ersten Tages. Anschliessend zeigte Nobu auf, nach welchen Gesetzmässigkeiten Bäume wachsen. Das Wissen über solche grundlegenden Prinzipien ist eine unverzichtbare Voraussetzung um authentische Baumformen auch bei unseren Bonsai herauszuarbeiten.
Im Anschluss an den für den heutigen Tag doch verhältnismässig langen Theorieteil begann er mit der Besprechung der mitgebrachten Bäume und zeigte worauf bei weiteren Arbeiten geachtet werden muss.
Fürs Mittagessen lud Juraj Marcinko die ganze Gruppe zu sich nach Hause ein. Am vielseitigen, schmackhaften Spaghetti-Buffet, vorbereitet von seiner Frau Christa, durfte sich jeder selbst bedienen. Anschliessend stand es jedem frei, einen Rundgang durch den Bonsai-Garten unseres Gastgebers zu machen, was so manchen in Staunen versetzte.

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Zurück in unserem Schulungsraum fuhr Nobu mit den Baumbesprechungen fort und es wurde mit Arbeiten begonnen.
Auf Wunsch der Teilnehmer demonstrierte Nobu nach einer vorhergehenden, kurzen theoretischen Einführung seine besonders schonende Art des Umtopfens. Dabei lässt er den Wurzelballen kompakt und bereitet ihn entsprechend den Massen der neuen Schale und der angestrebten Position so vor, dass möglichst wenig „Erde“ – womit er sowohl Erde, als auch Wurzeln meint – verloren geht. Feine wie starke Wurzeln werden mit einer scharfen Schere entlang der Form sauber beschnitten. Jeder Schnitt führt zur weiteren Verzweigung und fördert so die Entwicklung eines feinen Wurzelsystems.
Ein 1-Tages-Workshop für eine Einführung in einen anderen Umgang mit Bonsai ist etwas zu kurz. Allerdings ist die Zeitspanne bis zum nächsten Workshop auch nicht allzu lang. Bereits am 24. Juli trifft man sich erneut zu einer weiteren Lektion mit Nobu. Auf dem Arbeitsplan stehen dann: Nadelbäume umtopfen, zupfen und schneiden und das Auslichten von Laubbäumen.

Dann also bis bald!
Eure Lili

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